Suche bei H-SOZ-U-KULT

Die Suche bei H-SOZ-U-KULT ergab kaum brauchbares Material für das bereits beschriebene Thema. Lediglich auf ein Symposium zu  dem Thema 2010 im deutschen Bundesland Thüringen bin ich gestoßen:

„Porzellan in Gegenwart und Vergangenheit-250Jahre Thüringer Porzellan“

29.05.2010, Dornburg

Dies zeigt immerhin, dass zu diversen Jubiläen dieses Thema präsent ist und man sich einer gewissen Tradition verpflichtet fühlt.

Das weitaus nützlichere Suchergebnis, was auch mit ins Wiki einfließen wird, ist die 42.Ausgabe der Zeitschrift DAMALS-Das Magazin für Geschichte von 5/2010 mit dem Hauptthema: Weißes Gold-300 Jahre europäisches Porzellan“. (ISSN 0011-5908, Konradin-Verlag, Leinfelden Echterdingen)

Überhaupt lohnt es sich sicher die Publikationen zu untersuchen, die 2010 im Zuge des 300jährigen Bestehens der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen erschienen sind.

Im Vergleich: Google-Suche und Recherche in wissenschaftlichen Datenbanken

Suchen wir heute etwas im Internet, so verwenden wir überwiegend Google oder ähnliche Suchmaschinen. Diese sind einfach zu bedienen und für die Alltagsfragen ausreichend in ihren Antworten. Zum Thema Porzellan und sein Bedeutungswandel suchte ich zum einen profan bei Google mit den Stichworten „Porzellan“, „Porzellan Kulturgeschichte“, „Porzellan und sein Bedeutungswandel“, „Tisch-und Tafelkultur“ und „Porzellanmuseen“und dann etwas gezielter und konkreter in Datenbanken, wie Historical Abstracts und der ÖHB (Österreichische Historische Bibliographie) des Instituts für Geschichte der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Die beiden anderen Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Recherche, Historische Bibliographie Online und Zeitschriftenfreihandmagazin, brachten gar keine Treffer und waren auch für meine Begriffe unübersichtlich aufgebaut. Doch zuerst zu den Erfolgen der Recherche per Google.

Der Begriff „Porzellan Kulturgeschichte“ erbrachte folgende Links bzw. Suchergebnisse (hier eine kleine Auswahl): http://www.holst-porzellan.de/Warenkunde/Geschichte.htm

http://www.porzellanstrasse.de/Geschichte-des-Porzellans.90.0.htm

Dieser Link bringt wiedermal allgemeine Informationen zur Geschichte des Porzellans und ist darüber hinaus auch noch zu kurz gefasst. Den letzten Eintrag zur Ausbreitung der Porzellanherstellung in Deutschland kann man für den Bedeutungswandel des Porzellans eventuell indirekt verwerten.

http://www.eurobuch.com/buch/isbn/0386058024.html

Ein Buchtipp, dem es sicher lohnen würde nachzugehen.

http://www.zeit.de/2009/14/A-Porzellan

Dieser Artikel beschäftigt sich, wie fast üblich, nur mit der Erfindung des europäischen Hartporzellans und der ersten Manufaktur in Meißen.

Gibt man den Begriff „Porzellan“ ein, so kommt man natürlich auf die Seite der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen und auf den Wikipediaeintrag dazu oder hat verschiedene Möglichkeiten Porzellan zu erwerben. Kurioserweise brachte die Eingabe des Begriffs „Bedeutungswandel des Porzellans“ mich sofort auf meinen eigenen Blog. Der Begriff „Tisch-und Tafelkultur“ ergab wieder interessante Buchtipps von Amazon: http://www.amazon.de/Der-gedeckte-Tisch-Geschichte-Tafelkultur/dp/3039191853

http://www.amazon.de/Bildlexikon-Kunst-Der-gedeckte-Tisch/dp/3936324891/ref=pd_sim_sbs_b_1

Per Google suchte ich noch nach Museen und Institutionen für Porzellan. Die meisten habe ich schon selbst besucht und kann sie wirklich empfehlen, für alle die sich dafür begeistern können:

http://www.schloss-ludwigsburg.de/Keramikmuseum/232597.html

http://www.porzellanikon.org/museen.html

http://www.meissen.com/de/meissen-erleben/erlebniswelt-haus-meissen%C2%AE/museum-meissen%C2%AE-art

http://www.grassimuseum.de/home.html

http://www.der-dresdner-zwinger.de/de/museen_ausstellungen/

http://www.porzellangeschichte.de/content/porzellanmuseen-deutschland-und-europa

Und damit man nicht so weit fahren muss:

http://www.augarten.at/information/porzellanmuseum-im-augarten/

http://www.mak.at/jetzt/f_jetzt.htm

Die Recherche in den Datenbanken ÖHB und Historical Abstracts ergab wieder viel Input für Literatur, welche ich auch für den Wiki-Eintrag verwenden werde. Mit dem Suchbegriff „Porzellan“ ergaben sich auf dieser Seite: http://wwwg.uni-klu.ac.at/oehb/oehbquery/ einige Treffer und Literaturtipps, zum Beispiel fand ich diesen Hinweis besonders interessant: Igálffy-Igály, Ludwig: Porzellan als familiengeschichtliche Quelle und als Zeugnis jüdischen Familiensinns. 1981

oder Koschatzky, Walter: Zur Kulturgeschichte des Porzellans. 1993

Die Recherche auf der Seite Historical Abstracts (http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/detail.php?bib_id=alle&colors=&ocolors=&lett=fs&titel_id=2261) ergab drei

Ergebnisse, die leider nur auf Werkstoff oder Design bezogen sind und nicht auf die kulturgeschichtliche Entwicklung eingehen

Begriffe wie „Tisch-und Tafelkultur“ oder „Porzellangeschichte“ ergaben keine Treffer.

Vergleicht man abschließend beide Methoden, so fällt auf, dass man via Google hauptsächlich die obligatorische Wikipedia-Seite bekommt und der Rest sich viel auf den kommerziellen Bereich konzentriert. Ich kann Porzellan gut über Google erwerben, aber etwas darüber wissen nur dann, wenn ich Vorkenntnisse habe und weiß, wo ich suchen muss.

Die Ergebnisse von der ÖHB und den Historical Abstracts haben da wiederum viel mehr Potenzial und sind auch seriösere Quellen, als eine Homepage über Porzellan, die zwar inhaltlich gut zu sein scheint,aber nichts über ihre Quellen oder ihren Zweck verrät.

Wikipedia – ja oder nein?

Das Zitieren aus einem Wikipedia-Artikel sorgt mittlerweile bei den meisten Professoren der Universitäten für hochgezogene Augenbrauen und das Anzweifeln der Wissenschaftlichkeit der vorliegenden Arbeit. Viele Lehrende an höheren Lehranstalten verbitten sich das Zitieren oder die Informationssammlung aus Wikipedia von vorn herein, was sich dann unfreiwillig auf den Studenten überträgt. Denn ist man mal ehrlich, meistens beginnt man mittlerweile die Recherche genau damit (ich zumindest). Vor allem wenn es um Themen geht, von denen man vorher noch nicht viel gehört hat oder um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Dieser erste Überblick ist nützlich um überhaupt erstmal ein Recherchekonzept zu entwickeln und Ansatzpunkte zu finden mit denen man dann die Suche intensivieren kann. Links und Literaturangaben bei den Wikipedia-Artikeln sind teilweise auch schon eine Hilfe, sollten aber nicht unreflektiert aufgenommen werden. Meist hilft es da sich noch zusätzliche Rezensionen über die Literatur anzusehen. Meiner Ansicht nach, kann man Wikipedia als Quelle verwenden. Wie bei jeder anderen Quelle auch sollte man sie aber auf Authenzität prüfen und von vorn herein Fragen an die Quelle stellen, etwa nach dem Autor und seiner Qualifikation, nach seiner Intention oder Haltung dem Thema gegenüber. Geht man kritisch an die Sache heran und reflektiert die einzelnen Einträge, so sollte es doch möglich sein daraus zitieren zu dürfen. Allerdings fragt man sich als Student mitunter, ob die Professoren einem diese kritische Quellenhaltung nicht zu trauen, wenn sie von vorn herein ein Missfallen oder sogar ein Verbot Wikipedia zu zitieren, aussprechen.

Schaut man von einer historischen Warte aus darauf, so gefiel mir ein Zitat von Jimmy Wales, dem Gründer von Wikipedia, in dem er von einem „Schnappschuß der Geschichte“ sprach, als es um das Wikipediabuch ging, in dem die 10.000 am häufigsten aufgerufenen Einträge jeden Jahres zusammen getragen werden. Ich denke, es könnte in absehbarer Zeit eine gute Quelle zur Alltags-oder Zeitgeschichte werden, ob es Teil der Wissenschaftsgeschichte wird, wird sich zeigen.

Das Interview (die Quelle des Zitats) zum Nachlesen:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/jimmy-wales-hat-die-internet-enzyklopaedie-wikipedia-gegruendet–mit-seiner-community-demokratisiert-er-das-wissen-der-welt-die-entdeckung-des-elfenbeinspechts,10810590,10592168.html

ein ausgewählter Artikel

Ein Artikel, der zum Thema passt:

Irma Hoyt Reed

„The European hard-paste porcelain manufacture of the 18th century“

Journal of Modern History, The University of Chicago Press

Sep. 1936, Vol.8, Issue 3, p273-296

ISSN: 00222801

Diesen Artikel findet man komplett online in der Universitätsbibliothek Wien. Dabei reicht es schon aus den Namen der Autorin im UB-Katalog einzugeben.

Man findet ihn in Wien aber außerdem in der Österreichischen Nationalbibliothek, in der Bibliothek des Instituts für Höhere Studien Wien (IHS) und in der Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste, Wien.

 

Einschätzung der Ergebnisse

Die im vorhergehenden Posting veröffentlichten Begriffe waren die Grundlage einer Recherche in der Datenbank „Historical Abstracts“. Hierbei zeigte sich wieder einmal, dass nicht alle Begriffe ergiebig sind. Die nützlichsten Treffer gab es bei den Begriffen „porcelain“ und „China ware“, sowie „porcelain manufacture“. Alle weiteren Begriffe waren zwar dem Thema nahe, aber wieder zu allgemein. Viele der Treffer beziehen sich meist auf chinesisches Porzellan und dessen Wert als Handelsgut für die Europäer. Dabei findet man auch einige chinesische Artikel. Die meisten Artikel sind aber in englischer, deutscher oder französischer Sprache verfasst worden. Über die Geschichte einzelner europäischer Manufakturen findet man so einiges, aber Überblickswerke, die einen größeren Zeitraum als ein Jahrhundert (meist das 18.Jahrhundert) umfassen, sind selten.

Datenbanken

Die Suche nach Datenbanken für das Thema „Porzellan im Bedeutungswandel“ konzentrierte sich auf die beiden Links der Österreichischen Nationalbibliothek (http://www.onb.ac.at/kataloge/externe_datenbanken.htm) und der Universität Wien (http://metalib4-prod.obvsg.at:8331/V?portal=UBW&institute=UBW&func=find-db-1&new_lng=ger) Letzterer der beiden Links war im Großen und Ganzen unbrauchbar, da ich lediglich im Bereich der Kunstwissenschaften eine brauchbare Datenbank gefunden habe. Allerdings findet man in dieser nur sehr allgemeine Informationen zu Kunsthandwerk, weniger zu Porzellan im Speziellen (http://www.getty.edu/research/tools/vocabularies/aat/) . Etwas erfolgreicher war die Suche nach einer Datenbank bei der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier war allerdings wieder der kleine Rahmen, in dem sich das Thema bewegt, ein Problem. Meist findet man nur Datenbanken zu Keramik, die sich dann auch nur auf antike Stücke beziehen bzw. auf den archäologischen Fund dieser. Eventuell brauchbar könnte diese Datenbank sein:

http://www.werkstoffe.de/Werkstoffe/ , allerdings konnte man, hoffentlich nur vorübergehend, nicht darauf zugreifen.

Die Suche nach Datenbanken zu diesem Thema war also eher nicht erfolgreich und unergiebig. Für meine Suche verwendete ich die in vorangegangenen Postings erwähnten Suchbegriffe.